Das Lipödem und ich

Was ist ein Lipödem überhaupt? Leider sind sich hier Ärzte immer noch nicht einig. Mir wurde damals gesagt, dass ich unter einer Fettverteilungsstörung leide. Seit meiner Pubertät nahm ich trotz regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung unkontrolliert zu. Diese Zunahme war teilweise mit schlimmen Schmerzschüben und blauen Flecken begleitet. Ich schämte mich sehr, trug keine Kleider oder kurzen Hosen mehr, wurde in der Schule gemobbt und als "dick", "fett", "hässlich" betitelt. Bis heute hat das Mobbing und mein Unwohlfühlen große Spuren psychisch hinterlassen. Erst 2017 als ich meinen Freund kennenlernte, merkte ich, dass ich kein gesundes Leben führte. Ich wog mein Essen, trieb übermäßig viel Sport und war in meiner Routine gefangen. Ich wollte etwas ändern! Ein Leben führen, indem sich nicht alles um Kalorien und das Gewicht auf der Waage drehte. Aufgrund der großen Schmerzen und für mich persönlich bereits eingetretenen Bewegungseinschränkungen entschied ich mich 2020 zu drei Liposuktionen. Diese Operationen waren nicht leicht, ich war zu Beginn viel auf Hilfe angewiesen, hatte Schmerzen und der Körper musste sehr viel kämpfen. Aber nicht nur der Körper machte während der Heilungsphase einen enormen Prozess durch, auch mein Kopf. Ich weiß nicht, wie oft ich im Spiegel stand und die "neue" Victoria nicht sehen konnte. Auch wenn das Risiko besteht, dass die Fettzellen wieder zurückkommen, habe ich soviel Lebensqualität gewonnen, die ich nicht mehr missen möchte.

Mein Antrieb

Nach fast drei Jahren bin ich in meinem Körper angekommen. Mit meiner Geschichte möchte ich anderen Frauen Mut machen. Du bist nicht alleine! Mir wurde oft gesagt, welcher Sport nicht gut für mich wäre oder welche Ernährung für mich besser wäre. Doch nur DU merkst, was dir gut tut und was nicht. Achte auf deinen Körper und was er dir signalisiert. Ich möchte dich dazu ermutigen, immer in Bewegung zu bleiben und Sportarten zu finden, die du liebst, um sie ein Leben lang gerne auszuführen. Zudem möchte ich dich ermutigen, in der Ernährungsfrage nie aufzugeben. Es gibt nicht den einen Weg. DU musst deinen eigenen Weg finden.